„Amy und die geheime Bibliothek“

von Alan Gratz

„Amy liebt Bücher und das Lesen. Doch dann wird ihr Lieblingsbuch aus der Schulbibliothek verbannt – angeblich ist es respektlos und unmoralisch. Amy sieht das ganz anders: Es ist ein tolles Buch und alle sollen es lesen können! Als immer mehr Bücher aus den Regalen verschwinden, eröffnet Amy kurzerhand die G.S.B., die Geheime Schließfach-Bibliothek. Schon bald leihen immer mehr Mitschüler die verbannten Bücher aus, und die Kinder schmieden gemeinsam einen Plan, um sich gegen die Bücherverbannung zur Wehr zu setzen. Niemand soll ihnen vorschreiben, welche Bücher sie lesen dürfen!“

Amy entdeckt eines Tages, dass ihr Lieblingsbuch nicht mehr in der Schulbibliothek steht. Von der Bibliothekarin erfährt sie, dass das Buch verbannt wurde, weil es angeblich schlecht für die Kinder sei. Amy kann das nicht verstehen. Sie beginnt, alles daran zu setzen, die Verbannung ihres Lieblingsbuches und anderer Kinderbücher rückgängig zu machen.

Ich habe das Buch zufällig beim Stöbern in der Buchhandlung entdeckt und musste es einfach mitnehmen. Der Klappentext klang sehr spannend.

Im Buch werden einige Themen angesprochen, die ich als wichtig empfinde. Und das nicht nur aufgrund meines Studiums der Erziehungswissenschaft. Alan Gratz verpackt in Amy und die geheime Bibliothek Gesellschaftskritik, Kinderrechte, die Liebe zum Geschriebenen Wort, Familienleben, Freundschaft und Schulalltag.

Mich hat das Buch unglaublich gut unterhalten, auch wenn ich nicht der gedachten Zielgruppe (Grundschulalter) entspreche. Dafür fand ich umso wichtiger, das Buch gelesen zu haben. Die wichtigen Themen, die angesprochen werden, betreffen nicht nur die jüngsten unserer Gesellschaft, sondern alle. Ich finde, dass Amy und die geheime Bibliothek aufgrund der oben gelisteten Themen nicht nur in privaten Bücherregalen stehen, sondern auch in Grundschulen gelesen werden und in Schulbibliotheken ausleihbar sein sollte.

In Artikel 17 der UN-Kinderrechtskonvention, Absatz c) ist festgehalten, dass „die Vertragsstaaten die Herstellung und Verbreitung von Kinderbüchern fördern“. Kinder haben also ein Recht darauf, Zugang zu Büchern zu haben und diese zu lesen. Zudem haben sie ein Recht auf Bildung und Lesen können ist eine Kompetenz, die Chancen eröffnet. Umso wichtiger finde ich, dass Alan Gratz in seinem Buch aufgreift, dass Kinderbücher entfernt werden, weil diese „ungeeignet“ sind. Damit verpackt er geschickt Gesellschaftskritik. Aktuell gibt es wieder Debatten um Bücher, die verbannt werden. Wer immer noch der Meinung ist, Bücher seien nicht politisch, der liest scheinbar Bücher anders als ich und viele andere, die darauf aufmerksam machen.

Im Buch erlebt Amy die Verbannung ihres Lieblingsbuches und versteht nicht warum. Gemeinsam mit ihren Mitschülern setzt sie sich dafür ein, dass die verbannten Bücher wieder in der Schulbibliothek ausleihbar sind. Dabei lernt Amy nicht nur viel, sondern wächst auch an den Herausforderungen. Sie entwickelt sich von einem schüchternen zurückhaltenden Mädchen, das sich nicht traut, ihre Meinung zu sagen, zu einem mutigen Mädchen, dass sich für die Dinge stark macht, die sie beschäftigen und ihr wichtig sind.

Der Schreibstil, die Kapitellänge und Schriftgröße sind altersangemessen.

Ich vergebe 5 von 5 Sterne.

„Amy und die geheime Bibliothek“ von Alan Gratz erschien erstmals 2019 auf Deutsch bei dtv. Das Buch hat 316 Seiten (ohne Nachwort und Danksagung), kostet 11,00€ [D] und du kannst es unter der ISBN 978-3-423-62734-4 finden.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu.

Datenschutzerklärung