„Das Erbe Bereliens Die Legende vom steinernen Buch“

von Silke K. Weiler; Band 1 der Das Erbe Bereliens Dilogie

„Als ihr Vater bei einem Überfall getötet wird, setzt Rune alles daran, die Mörder zur Rechenschaft zu ziehen. Eine Spur führt die junge Frau zu Königin Ioarín, die mit brutaler Willkür über ihr Volk herrscht – und zur Legende vom steinernen Buch. Warum ist die Herrscherin so versessen auf dieses seit Jahrhunderten verschollenen Artefakt, dass sie dafür über Leichen geht? Und auf wessen Seite steht Galen, ihr Leibwächter und Vertrauter, wirklich? Die Antworten auf diese Fragen bergen eine tödliche Gefahr, denn nicht nur das Buch hat seinen Weg aus der Legende in die Wirklichkeit gefunden.“

Rune lebt mit ihrem Vater ein zurückgezogenes Leben im Norden des Landes. Als Reiter unter berelischem Banner auftauchen, gibt ihr Vater ihr einige wenige Dinge mit und trägt ihr auf, zu verschwinden und nach Slyga zu reisen. Doch Rune verpasst den günstigen Zeitpunkt der Flucht, versteckt sich und bekommt mit, wie ihr Vater brutal ermordet wurde. Sie schwört sich, herauszufinden, warum ihr Vater sterben musste und seinen Tod zu rächen. Dabei ahnt sie nicht, dass viel mehr dahinter steckt, als sie zunächst glaubt.

Das Erbe Bereliens habe ich vor etwas über einem Jahr auf der LEIGA gekauft, weil ich den Klappentext unglaublich ansprechend fand. Im Rahmen der Rache des SuB habe ich nun zum Buch gegriffen und bin absolut begeistert. Deshalb durfte auf der LEIGA dieses Jahr der zweite Band mit. Nun aber soll es um den ersten „Die Legende vom steinernen Buch“ gehen.

Der Einstieg in das Buch war ungewöhnlich düster und auch etwas gruselig. Ich habe zunächst Charaktere kennengelernt, bei denen man erst im Verlauf erkennt, dass sie die Rolle der Antagonisten einnehmen. Mir hat der Einstieg jedoch sehr gut gefallen, da es für mich etwas anderes war. Oft wird das Worldbuilding und die Geschichte der Entstehung der Welt am Anfang aufgegriffen, was in diesem Buch nicht der Fall war. Dies folgte erst später, als ich als Leserin Rune kennengelernt habe.

Rune finde ich als Charakter sehr spannend. Sie geht unerschrocken auf die Jagd, kümmert sich um ihr eigenes Überleben und das ihres Vaters, zeigt aber auch weiche Züge. Im Verlauf der Geschichte entdeckt man an ihr jedoch auch leichtgläubige und impulsive Züge. Sie ist neugierig und muss sich von Gesagtem erst mit eigenen Augen überzeugen, was ihr einerseits regelmäßig Schwierigkeiten einbringt, andererseits auch für Spannung, Erzähltempo und Abwechslung sorgt. Wenn sie sich nicht Hals über Kopf in Abenteuer stürzen würde, würde die Geschichte nicht vorankommen und auf der Stelle treten. Insofern weiß ich diese Eigenschaften an Rune zu schätzen. Auf ihrer Reise, herauszufinden, warum ihr Vater sterben musste, lernt sie einige andere Charaktere kennen, die ihr mal mehr oder weniger unterstützend zur Seite stehen.

Darunter Fionn und Galen. Fionn, ein Freund ihres Vaters, nimmt schnell eine ähnliche Position ein und versucht beschützend an Runes Seite zu stehen. Dabei kommt ihm jedoch oft Runes Eigenwille und Sturkopf in die Quere, was zu kleinen Reibereien führt. Gleichzeitig hatte ich als Leserin lange das Gefühl, dass er etwas verschweigt. Galen dagegen zeigt eine spannende Charakterentwicklung. In welcher Beziehung er zu Rune steht möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Seinen Charakter fand ich jedoch mit am spannendsten. Er wirkt düster und geheimnisvoll, hat eine interessante Vergangenheit und gegenwärtige Position. Da ich zu Galen nicht so viel schreiben und berichten möchte – ich will niemandem etwas vorwegnehmen, da ich seinen Charakter eben so faszinierend finde – möchte ich nun über das Worldbuilding sprechen.

Ich fand den Aufbau des Landes und die Geschichte dessen super interessant. Da Rune von dem meisten keine Ahnung hat, kommt anderen Personen im Buch die Aufgabe zu, ihr davon zu berichten. Diese Umsetzung hat mir sehr gefallen. Aber auch den Schreibstil fand ich toll. Dieser hat mich durch die Seiten getragen und abgeholt. Ich konnte das Buch flüssig lesen.

Insgesamt hat mich Das Erbe Bereliens Die Legende vom steinernen Buch total abgeholt und gefesselt. Ich mochte die Stimmung im Buch, die insgesamt düster, an einigen Stellen brutal und gruselig war, die Charaktere und das Worldbuilding. Ich bin gespannt, wie es in Die Pforte weitergeht und welche Herausforderungen und Abenteuer dort auf Rune, Fionn und Galen sowie die anderen Charaktere warten. Ich vergebe 5 von 5 Sterne.

„Das Erbe Bereliens Die Legende vom steinernen Buch“ von Silke K. Weiler erschien 2020 (überarbeitete Auflage) im Self Publishing. Das Buch hat 658 Seiten, kostet 17,99 € [D] und du kannst es unter der ISBN 978-3751931120 finden.

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