von Silke K. Weiler; Band 2 der „Das Erbe Bereliens“ Dilogie
„Noch immer trachtet Königin Ioarín danach, die drei Fragmente des steinernen Buches zu vereinen, um mit seiner Macht das Unrecht zu vergelten, das ihrer Familie vor Generationen widerfahren ist. Auf ihrem Weg dorthin ist ihr jedes Mittel recht. Doch Fionn, der das letzte Fragment besitzt, stellt sich ihr entgegen. Gemeinsam mit Rune und Ioaríns abtrünnigem Leibwächter Galen sucht er Verbündete im Kampf gegen die Tyrannin. Bald geht es für die Gefährten aber um mehr. Denn Ioarín hat sich mit einer Kreatur eingelassen, die ihre unkontrollierbare Macht entfaltet. Auch dieses Wesen strebt nach dem Buch und seine Absichten sind eine Bedrohung für das ganze Land.“
Rune und Galen sind Malgraigh, dem Schoßhündchen Ioaríns entkommen. Dabei haben sie zwar das zweite Fragment an die Königin verloren, aber sie sind am Leben. Und solange Ioarín nicht weiß, wo das dritte Fragment versteckt ist, bleibt ihnen noch ein wenig Zeit. Doch die Zeit spielt gegen sie. Denn in den gesamten geeinten Landen sind Häscher der Königin unterwegs auf der Suche nach dem letzten Fragment und dem totgeglaubten Prinz Eamond, heute Fionn. Gemeinsam suchen die drei nach Verbündeten und einem Weg die Königin und die Kreatur, die in ihr haust, zu stoppen.
Nachdem ich den ersten Band im Frühjahr verschlungen habe und mich in die düstere, brutale Stimmung und die metaphorischen Beschreibungen verliebt habe, musste ich unbedingt den zweiten Band lesen. Diesen habe ich auf der Buchmesse Leiga bei Silke höchstpersönlich erworben.
Schon nach den ersten Seiten war ich sofort drin. Die unterschiedlichen Landschaften der geeinten Lande und die wechselhaften Wetterbedingungen, die Charaktere, die düstere, brutale Grundstimmung. Ich habe mich direkt wohlgefühlt. Rune ist einer meiner Lieblingscharaktere aus der Dilogie. Sie ist jung und hat so viel Schreckliches erlebt. Sie lässt sich nicht unterkriegen, ist tapfer, manchmal etwas impulsiv und hat sie sich einmal auf etwas eingestellt, dann will sie das um jeden Preis erreichen. Sie ist loyal und mutig und kämpft um das, was ihr wichtig ist. Dabei verliert sie jedoch nie sich selbst und ihre jugendlichen Züge. Ich finde sie unglaublich faszinierend. Auch Fionn und Galen habe ich in mein Herz geschlossen. Fionn, weil sein Herz höher für Gerechtigkeit schlägt als für Macht und sein eigenes Überleben und Galen, weil er irgendwie auf seine Art ein spannender Charakter ist. Ich kann es nicht wirklich beschreiben. Er bringt Geheimnisse und eine nicht beschreibbare aber faszinierende Wirkung mit sich. Als moralisch grauen Charakter würde ich ihn nicht wirklich beschreiben, denn er hat seine Prinzipien und Werte und doch hat er das gewisse Etwas, das mich an ihm begeistert und wofür mir die richtigen Worte fehlen. Ich kann nicht die ganze Zeit faszinierend schreiben.🙈
Neben den Charakteren liebe ich das Setting auch unglaublich. Die geeinten Lande sind total abwechslungsreich und ich hätte gerne noch viel mehr über die verschiedenen Landteile erfahren. Und auch die düstere, bedrohliche und brutale Grundstimmung der Dilogie liebe ich sehr. Vor allem liebe ich den Schreibstil. Roh und ungeschönt werden Grausamkeiten und der gleichen beschrieben. Szenen, in denen es um Liebe, Freundschaft, Familie etc. geht wirken dagegen liebevoll und zärtlich. Ich mag es total, wenn es diese beiden Extreme und alles dazwischen gibt. Um meine Metapher aus der Rezension zu Band 1 auf Instagram aufzugreifen: Der Ton ist ruppig und rau, vergleichbar mit einem reißenden Strom, und an anderer Stelle fühlte er sich wie ein glitzerndes Bächlein an. Diese Spannweite liebe ich total, weil dadurch Tiefe entsteht und Emotionen transportiert werden.
Insgesamt hat mir „Die Pforte“ sehr gefallen. Zwischendurch gab es ein zwei Momente, in denen ich mir ein bisschen mehr Tempo gewünscht hätte, aber die fallen für mich nicht sehr ins Gewicht. Ich mochte den Abschluss sehr, auch wenn ich die Charaktere, allen voran Rune, Galen und Fionn, vermissen werde. Das Ende hat mich emotional extrem erwischt und ich würde sagen, es ist nicht das klassische happy end. Es passt zum Buch und zu den Charakteren und somit kann es nicht happy im klassischen Sinne sein. Ich habe die Das Erbe Bereliens Dilogie absolut in mein Herz geschlossen. Ebenso wie den Schreibstil von Silke, weshalb ich ganz sicher die anderen Bücher von ihr auch noch lesen werde.
Ich vergebe 5 von 5 Sterne.
„Das Erbe Bereliens Die Pforte“ von Silke K. Weiler ist der zweite Band der „Das Erbe Bereliens“ Dilogie. Das Buch hat 550 Seiten (ohne Danksagung), kostet 18,49€ [D] und du findest es unter der ISBN 978-3756821686.