„Von Blut und Furcht“

von Laura Misellie; Band 1 der Spiegel Chroniken

Aus „Chroniken der Weisen“ wurde „Die Spiegel-Chroniken“. Auf meinem Blog könnte dir „Chroniken der Weisen Hinter den Spiegeln“ als Rezension begegnet sein. Dieser Band steckt nun als Teil in „Von Blut und Furcht“.

„Die siebzehnjährige Jo setzt unbewusst eine Fähigkeit ein und erwacht am nächsten Morgen an einem fremden Ort. Dort erzählt man ihr von einer dunklen Vergangenheit und der Gefahr ihrer Gabe. Jo soll ihr altes Leben zurücklassen, durch verzauberte Spiegel in die Vergangenheit reisen und besondere Relikte bergen. Doch unter Elementaren und anderen magisch Begabten ist sie eine Außenseiterin. Als ein Krieg prophezeit wird, steht Jo im Fokus des Geschehens, denn ausgerechnet ihresgleichen stand beim letzten Mal auf der Seite des Feindes.“

Den ersten Teil (etwa 1/3) der Geschichte kannte ich schon, weil ich den damals ersten Band der Chroniken der Weisen „Hinter den Spiegeln“ der Autorin gelesen habe. Nun ist die Reihe als Trilogie überarbeitet neu veröffentlicht worden. Ich fand es aber gar nicht schlimm, dieses Drittel nochmals zu lesen, weil ich mich ehrlicherweise kaum noch an Aspekte erinnern konnte, obwohl mir der Band damals sehr gut gefallen hatte.

Ich mochte Jo wirklich gern. Sie liebt ihren Bruder, ihr ist die Meinung andere ziemlich egal und bleibt sich deshalb selbst treu. Sie scheint eher unsichtbar zu sein, was sich jedoch durch die Umstände bzw. den Plot der Geschichte schnell ändert. Ich habe sie nämlich nicht wirklich als unsichtbar erlebt. Ich mochte ihre Entwicklung zu einer selbstbewussten jungen Frau, die Gefühle zeigt und kommuniziert, aber auch ihre Grenzen hat, die sie gegenüber anderen deutlich macht.

Ihre Verbindung mit ihrem Jäge-Partner Eric hat mir sehr gefallen. Die Wortgefechte fand ich unterhaltsam, die leisen Momente dazwischen aber viel schöner. Colin fand ich anfangs unglaublich sympathisch, das hat sich im Laufe des Buches aber schnell geändert. Mittlerweile finde ich ihn einfach nur schrecklich. Er ist emotional für Jo nicht verfügbar, respektiert ihre Grenzen nicht wirklich und ist so unfassbar eifersüchtig.

Die Reisen, die Jo und Eric unternehmen, fand ich total spannend, vor allem Märchen-Fans kommen voll auf ihre Kosten. Ich habs selbst total genossen, weil ich mit Märchen aufgewachsen bin und mir durch Märchen quasi das Lesen selbst beigebracht habe. Daher war dieser Aspekt für mich sehr besonders. Laura Misellie hält sich stark an die bekannten Erzählungen, bringt aber auch über kleine Details neue Interpretationen und Aspekte rein.

Außerdem hat mir der Schreibstil sehr gefallen. Ich bin gut durchgekommen, obwohl ich ein paar Tippfehler entdeckt habe. Diese haben mich jedoch nicht ausgebremst, weshalb ich sie ignorieren konnte. Auch die kurzen Kapitel haben dazu beigetragen, dass ich gut durchgekommen bin. Zwischendrin gab es ein paar Zeitsprünge bzw. Szenen, die mich etwas verwirrt haben, aber ich glaube, dass sich das im Verlauf der Trilogie auflösen könnte. Und wenn nicht, dass muss ich es eben als Überspringen von Momenten, die nicht viel zur Geschichte beigetragen hätten, betrachten.

Insgesamt wurde ich gut unterhalten, hatte viel Spaß beim Lesen und freue mich auf den nächsten Band. Ich vergebe 4,5 von 5 Sterne.

„Von Blut und Furcht“ von Laura Misellie ist der erste Band der Spiegel-Chroniken Trilogie, welcher 2025 im Self Publishing erschien. Das Buch hat 335 Seiten (ohne Dank und Glossar), kostet 14,00€ und du kannst es unter der ISBN 978-3819225444 finden.

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