„Die Affäre“

von Jill Childs

„Keine Ehe ist, was sie zu sein scheint.

Erst in dieser Nacht fand ich heraus, dass er mich betrogen hatte. Ich kam spät von einem Elternabend nach Hause und freute mich auf Ralph. Auch wenn es zwischen uns in letzter Zeit nicht mehr so gut lief, hatte ich gehofft, wir könnten bei einer Flasche Wein alles wieder in Ordnung bringen. Was für ein Irrtum. Das letzte womit ich gerechnet hatte, war, meinen Mann am Fuße der Kellertreppe vorzufinden. Ermordet. Und neben ihm steht seine Geliebte. Nun muss ich mich entscheiden: Ist sie Täterin, Opfer, Verbündete oder meine größte Feindin?“

Ich weiß nicht so ganz, was ich von dem Buch halten soll.

Zum ersten Teil: Der Schreibstil war sehr gewöhnungsbedürftig. Irgendwie hat es sich angefühlt, als würde ich ein Buch lesen, dass sprachlich auf dem Niveau von 4. Klässlern ist, weil die Sätze sehr kurz, nicht komplex und keinen großen Wortschatz zeigten. Dann habe ich mich gefragt, ob dies daran liegt, dass es übersetzt wurde oder ob es ein Stilmittel ist, den Charakter von Laura, die im ersten Teil erzählt, darzustellen. Ich möchte aufgrund der Wendung auf letzteres tippen, wenn es mir auch dadurch schwergefallen ist, eine Verbindung zu ihr aufzubauen bzw. in die Geschichte generell rein zu finden. Andererseits bin ich dadurch auch ziemlich gut vorangekommen.

Zum zweiten Teil: Der Schreibstil war ähnlich leicht und wenig komplex, wirkte aber nicht so wie im ersten Teil und hat sich daher irgendwie besser lesen lassen. Hab ich mich einfach dran gewöhnt? Vielleicht. Dennoch hatte ich den Eindruck, dass es im zweiten Teil sprachlich deutlich besser war. Deshalb auch die Idee, dass die Art und Weise des Erzählens das Stilmittel war. Außerdem hat mir der Teil besser gefallen. Der Charakter war einfach für mich greifbarer, facettenreicher und in sich komplexer.

Insgesamt: Es hat mich unterhalten, aber irgendwie war es auch nicht so ganz das, was ich von einem Thriller erwartet hätte. Außerdem lässt mich das Ende etwas ratlos zurück. Mir fehlte Spannung und Thrill, obwohl einzelne Elemente davon vorhanden waren, nur eben mMn nicht genutzt wurden. Außerdem hatte ich das Gefühl, das noch eine gewisse Distanz zwischen mir und den Geschehnissen bestand, ich also von der Geschichte nicht ganz so eingenommen wurde. An dieser Stelle ist der Schreibstil positiv gewesen. Dadurch, dass es nicht so komplex und herausfordernd war, bin ich extrem schnell durchgekommen.
Sobald ich ein bisschen im Buch war, hatte ich Ahnungen bezüglich des Plots, die sich mehr oder weniger bestätigt haben, mich aber auch nicht überrascht haben. Außerdem blieben mir zu viele Fragen offen. Gerade das Ende ist für mich ein gutes Beispiel dafür. Ich habe den Eindruck, dass das Buch eigentlich zu Ende ist, die letzten Sätze lassen mich aber zweifeln, weil eine neue Frage aufgetaucht ist.

Ich kann also festhalten, dass ich zwar schnell durchgekommen bin, mich die Geschichte in allem aber nicht so sehr überzeugen konnte. Zu viele Dinge, die mir unklar blieben und vor allem meiner Meinung nach zu wenig Spannung für einen Thriller. Ich vergebe daher 3 von 5 Sterne mit Tendenz zu weniger.

„Die Affäre“ von Jill Childs erschien 2022 bei Aufbau Verlage. Das Buch hat 360 Seiten, kostet 9,99€ (eBook) und du kannst es unter der ISBN 978-3-8412-2904-5 finden.

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