„Asaheim Die Insel am Rande der Zeit“

von Verena Pophanken; Band 1

„Eine Insel zwischen den Welten. Ein im Exil lebender Gestaltwandler und eine Frau auf der Suche nach ihrem wahren selbst.

Nur weg! Keine Erinnerungen. Valeria rennt um ihr Leben. Auf der Insel am Rande der Zeit, Asaheim, findet sie Unterschlupf in einer Höhle. Dort trifft sie auf den Wolf Fenrir, einen Gestaltwandler. Je länger sie nach einem Weg von der Insel sucht, desto mehr rätselhafte Hinweise auf ihre Identität entdeckt sie. Schließlich offenbart ihr eine zuvor im Eis eingeschlossene Valkyre, dass sie Fenrir töten muss. Jenen, den sie liebt.“

Ich finde es gerade unglaublich schwer, den Inhalt von Asaheim Die Insel am Rande der Zeit zusammenzufassen, ohne zu spoilern und den Klappentext eins zu eins wiederzugeben. Deshalb lasse ich es sein.

Bevor ich mit dem Lesen begonnen habe, hatte ich nicht noch mal einen Blick auf den Klappentext geworfen. Ich lasse mich gerne von den Geschichten überraschen. Verena hat mich schon auf den ersten Seiten gefesselt. Ich musste wissen, wer Valeria ist, wo sie herkommt und was sie erwartet. Der Verlust ihrer Erinnerungen und die panische Angst vor etwas, das sie nicht beschreiben kann, war sehr greifbar. Als sie dann auf Fenrir trifft, kommt eine weitere Spannungsebene hinzu. Beide begegnen sich zu Beginn mit Ablehnung, Distanz und Skepsis. Fenrir ist zudem extrem unfreundlich Valeria gegenüber, die überhaupt nicht versteht, was sie falsch gemacht hat. Ich fand es sehr spannend zu verfolgen, wie sich die Beziehung zwischen den beiden entwickelt und verändert. An vielen Stellen fand ich es authentisch, an einigen aber auch etwas unglaubwürdig. Wenn ich vorher die CN nicht gelesen hätte, hätte ich es vermutlich noch unglaubwürdiger empfunden. Mir hat es geholfen, die CN zu lesen, weil ich dadurch die Entwicklungen und einzelne Szenen besser einordnen konnte.

Valeria fand ich sympathisch. Dadurch, dass sie anfangs keine Erinnerungen hat, begibt man sich mit ihr gemeinsam auf die Suche nach Antworten und ihrer Identität. Diesen miterleben und gemeinsame Suchen hat mir sehr gefallen, da ich das Gefühl hatte, näher an Valerias Gefühls- und Gedankenwelt zu sein. Die wechselnden Perspektiven zwischen Fenrir und Valeria haben auch dazubeigetragen.

Fenrir fand ich lange Zeit sehr unsympathisch. Er behandelt Valeria wirklich schlecht, spricht abwertend und respektlos und verhält sich sehr unterdrückend. Ich hatte wirklich Schwierigkeiten. Je mehr Buch verstrichen ist, desto eher kamen auch positivere Seiten von Fenrir zum Vorschein. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass seine unterdrückenden und gegenüber Frauen respektlose Züge teilweise eine Hülle sind, um sich zu schützen. Dies entschuldigt aber trotzdem sein Verhalten nicht. Er handelt keinesfalls korrekt und auch an dieser Stelle war es hilfreich, zuvor die CN gelesen zu haben.

Ich mochte die Geschichte von Fenrir und Valeria gern. Mir hat es Spaß gemacht, herauszufinden, wer Valeria ist und warum sie auf Asaheim gelandet ist. Ich fand es spannend in Fenrir Gedanken- und Gefühlswelt sowie Vergangenheit abzutauchen. Beide Charaktere sind sehr unterschiedlich und doch haben sie einige wenige Gemeinsamkeiten. Mir hat gefallen, dass sich beide weiterentwickeln und vor allem Fenrir sein Handeln zu reflektieren beginnt.

Neben den Charakteren fand ich auch das Setting sehr spannend. Es wurden unterschiedlichste Landschaftsformationen beschrieben, die nahtlos ineinander übergehen. Die Flora und Fauna war abwechslungsreich und es gab einiges zu bestaunen. Am besten hat mir jedoch gefallen, dass Valeria bei ihrer Suche nach Antworten auf viele Fragen stößt. Dadurch kamen Wendungen zustande, mit denen ich nicht gerechnet habe. Auch wurde die Geschichte abwechslungsreich und das Worldbuilding hat sich detailreich entfaltet.

Insgesamt hat mich Asaheim gut unterhalten. Der Schreibstil von Verena hat mich an das Buch gefesselt und ich bin durch die Seiten geflogen. Ich mochte total, dass die Kapitel recht kurz waren und aus den Perspektiven von Valeria und Fenrir erzählt wurde. Das Ende von Die Insel am Rande der Zeit war total spannend und aufregend, sodass ich mich auf Band 2 freue. Da ich die Entwicklung der Beziehung zwischen Fenrir und Valeria nicht zu 100% glaubwürdig fand, vergebe ich nur 4,5 von 5 Sterne.

„Asaheim Die Insel am Rande der Zeit“ von Verena Pophanken erschien 2023 im Wreaders Verlag. Das Buch hat 297 Seiten, kostet 15,50€ [D] und du kannst es unter der ISBN 978-3967334234 finden.

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